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Aufsätze / Vorträge


von Harald Vogel und Michael Gans

Mit Rose Ausländer und Hilde Domin werden zwei Schriftstellerinnen vorgestellt, deren lyrische Werke zu den bedeutendsten der Nachkriegszeit zählen. Die Werke der beiden deutschsprachigen Dichterinnen jüdischer Herkunft zeichnen sich durch eine besonders sprachschöpferische Aneignung von Wirklichkeit aus, die durch eine außergewöhnliche autobiographische und zeitgeschichtliche Tragik gekennzeichnet ist. Obwohl beide Autorinnen in ihren Gedichten eine dialogische Korrespondenz zum Leser mit einem hohen Anspruch an Wahrhaftigkeit der Selbstoffenbarung und Wirklichkeitsannäherung gefunden haben, bekommt das lyrische Gespräch einen sehr unterschiedlichen Ausdruck und erschließt ein jeweils andersartiges poetisches Wahrnehmungsfeld. Die Interpretation geht daher auch zwei eigenständige Wege, um trotz gemeinsamer Motive wie Heimat, Exil, Verfolgung, Fremde, Rückkehr oder Ich-findung die individuelle Ausprägung der beiden Künstlerpersönlichkeiten zu verdeutlichen.
Die exemplarischen Einzelinterpretationen sind so ausgewählt, dass eine Repräsentanz gegenüber den umfangreichen lyrischen Gesamtwerken gegeben ist und eine literarische Entwicklung der beiden Lyrikerinnen erkennbar wird.
Lebensportraits von Rose Ausländer und Hilde Domin ermöglichen einen biographischen Vergleich. Sie geben auch eine erste poetologische Einordnung der beiden lyrischen Konzepte und skizzieren die unterschiedlichen schriftstellerischen Lebensentwürfe.
Poetologische Selbstzeugnisse und ein Literaturverzeichnis unterstützen die interpretatorische Beschäftigung mit den Gedichten von Rose Ausländer und Hilde Domin.
Als Adressaten spricht dieser Band alle Lyrikfreunde an, die auch den interpretatorischen Dialog mit den Gedichten Rose Ausländers und Hilde Domins aufnehmen möchten, sowie Schüler, Lehrer und Studenten, die einen Interpretationszugang suchen.

Preis: EUR16.00, SFr 28.60

ISBN: 3-89676-840-9

Bibliographie: 4. überarb. Aufl. 280 Seiten. Kt.

Erscheinungsjahr: 07.06.2004


von Harald Vogel und Michael Gans

Rose Ausländer (1901-1988) gilt als eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen dieses Jahrhunderts. Sie stammt, wie ihr jüngerer Lyrikerkollege Paul Antschel/Celan, aus Czernowitz, früher österreichisches Kronland Bukowina, heute Ukrainische Republik. Existentiell bestimmend wurden für Rose Ausländers Lyrik ihre inneren und äußeren Emigrationen, ihre teils selbst gewählten und teils erzwungenen Exilsituationen (USA/Europa). Flucht, Ghetto und das Trauma der Shoah bedeuteten Heimatverlust und Heimatsuche, führten zu Reisen in die Fremdheit, erlaubten ihr nur ein Heimischwerden im Wort: Mein Vaterland ist tod // Ich wohne in meinem Mutterland Wort.
Rose Ausländers Biographie ist kaum vergleichbar mit dem Leben einer anderen Schriftstellerin. Im hohen Alter vollendete sie mit uneingeschränkter Disziplin, Konzentration und Konsequenz ihr lyrisches Spätwerk. Erinnernde, gegenwartsfindende und zukunftssuchende Wortwirklichkeit - auch noch ein halbes Jahr vor ihrem Tod: Gib auf // Der Traum / lebt / mein Leben / zu Ende.
Rose Ausländers Leben und ihre Gedichte bilden eine unverwechselbare Einheit und repräsentieren ein ebenso eigenständiges biographisches wie literarisches Profil.
Ich habe, was man Wirklichkeit nennt, auf meine Weise geträumt, das Geträumte in Worte verwandelt und meine geträumte Wortwirklichkeit in die Wirklichkeit der Welt hinausgeschickt. Und die Welt ist zu mir zurückgekommen.
Die Autoren wollen mit diesem Lyrikband zu neuen Lesewegen anregen.
In elf thematisch gruppierten Kapiteln werden exemplarisch Fenster zu Rose Ausländers literarischem Werk geöffnet. Über veröffentlichte und unveröffentlichte Gedichte, Gedichtentwürfe, Briefe und poetologische Äußerungen erhält der Leser Einblick in repräsentativ ausgewählte poetische Räume ihrer Lyrik.
Lesezeichen in den Kapiteln erleichtern als Wegweiser die Einordnung der Primärtexte und verdeutlichen ausgewählte biographische Zusammenhänge, literarische Kontexte und lyrische Entwicklungsbögen.
Da der Band auch als Studienbuch genutzt werden soll, wurde von den Autoren eine didaktisch inszenierte Führung durch Rose Ausländers lyrische Werkstatt angestrebt. Als Vorarbeit für dieses Lese-, Entdeckungs- und Studienbuch wurde Einblick in den gesamt en literarischen Nachlaß und die Briefkorrespondenz genommen, sodass unveröffentlichtes Quellenmaterial gesichtet und einbezogen werden konnte.
Poetologische Bausteine und Signaturen charakterisieren in diesen Leseräumen die individualtypische Lyrikkonzeption Rose Ausländers, die existentiell begründet ist und von ihr selbst umschrieben wurde mit dem Schlüsselsatz: Schreiben war Leben. Überleben..
Im Anhang findet der Leser einen chronologischen Überblick und als Orientierung zum Weiterlesen ein ausführliches Literaturverzeichnis der Primär- und Sekundärquellen.

Preis: EUR16.00, SFr 28.60

ISBN: 3-89676-431-4

Bibliographie: 2. Überarb. Aufl. 224 Seiten mit zahlr. Abb. Kt.

Erscheinungsjahr: 15.06.2001


von Harald Vogel und Michael Gans

Erich Kästner (1899-1974) gilt als: -humorvoller Kinderbuchautor, der sich kompromißlos auf die Seite seiner jungen Leser schlägt und auch heute noch ihre Sprache spricht.
-sensibler Gebrauchslyriker für Persönliches, Gesellschaftliches und Politisches.
-genauer Beobachter des Alltags, der mit Augenzwinkern seinen Mitmenschen und sich selbst den Spiegel vorhält.
-zeitloser Satiriker, dessen geschliffene Bonmots sprichwörtlich geworden sind.
-kritischer Journalist und Essayist für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen.
-aufklärerischer Idealist und Moralist, der mit seiner Konsequenz und seinem Anspruch oft Anlaß zu Mißverständnissen und Kritik gab und gibt.
-lebenskundiger Melancholiker und engagierter Nachkriegsautor.
"Ein Mensch, der Ideale hat, der hüte sich, sie zu erreichen!"
Für Kästner verbirgt sich hinter diesem Satz einautobiographisches Geheimnis: die uneheliche Vaterschaft des jüdischen Hausarztes Dr. Zimmermann, die Kästners Lesern erst ein Jahrzehnt nach seinem Tode eröffnet wird. Er muss als Kind schon erwachsen sein, um mit der Mutter diese Wahrheit zu verbergen und zu leben. Auch deshalb schlägt Kästner in der Zeit des Faschismus Exilangebote aus, bleibt als bücherverbrannter Autor in Nazideutschland zurück und muss als Zeitkritiker Selbstzensur üben. Eine weitere Hypothek wird die ersehnte Vaterschaft, die sich mit der Geburt seines unehelichen Sohnes Thomas erfüllt. Kindheit und Erwachsensein hinterlassen Lebensnarben: Exerzierpädagogik und `Krieg`-Spielen, Hordenwahn des Faschismus, geheuchelte Humanität in der Weimarer Republik und Wohlstandsideologie im Nachkriegsdeutschland, in dem er sich in München lebend in den letzten Jahren resignierend zurückzieht.
"Kästner lesen"
Das Portrait berücksichtigt die Brisanz dieser Aspekte und bietet so eine neue Lesebrille für den Literaten und den Menschen Kästner an.
"Kästner lesen" zeigt Lesewege auf, um die Vielfalt seines Werkes zu entdecken und die Authentizität seines engagierten Schreibens begreifen.
"Kästner lesen" kommentiert mit Lesezeichen die Textauswahl und die Lesekontexte und bietet so Lesehilfen zum Verstehen und Anregungen zum Weiterlesen.
"Kästner lesen" eignet sich als Lese- und Studienbuch mit aktuell recherchiertem Lebensabriß und einergegliederten Literaturübersicht zum literarischen Werk Erich Kästners und zur Sekundärliteratur.

Preis: EUR16.00, SFr 28.60

ISBN: 3-89676-191-9

Bibliographie: 222 Seiten mit zahlr. Abb.

Erscheinungsjahr: 01.09.1999


herausgegeben von Michael Gans, Ingo Kammerer, Roland Jost

Inzwischen hat die Literaturwissenschaft, ohne dass sie sich von ohren traditionellen GEgenständen, den wortcodierten Texten, hätte verabschieden müssen, die produktiven Potenziale der audioviduellen und computerbasierten Medien und deren eigenständige Ästhetik bzw. künstlerischen 'Eigensinn' erkannt. Folglich nutzt sie diese Erkenntnisse für eine theoretische Öffnung und beachtliche Erweiterung des eigenen Fachgebiets sowie für forschungsleitende Fragestellungen.
Solche Öffnungen haben auch den Blick auf die traditionellen Gegenstände geschärft und verändert: Es galt und gilt die häufig verborgen gebliebenen Referenzen und Reflexionen auf Mediales und Medien zu entdecken und die Verflechtungen und gegenseitigen Bezüge und Verweise zu analysieren. In ähnlicher Weise gelten diese Prozesse für die Literaturdidaktik: Häufiger werden Unterrichts- sowie kulturelle Freizeitsituationen, in denen multi- und intermediale Lernprozesse anhand der unterschiedlichen Medien angestoßen und die Instrumentarien für Analyse und Produktion vermittelt werden. Auch die Literaturdidaktik muss zur Kenntnis nehmen, dass sich die Epoche des Leitmediusm Buch schon verabschiedet hat und sich darüber hinaus das Zeitalter, in dem irgendein Leitmedium auszumachen ist, insegsamt zu verabschieden beginnt.
Anknüpfend an solche Überlegungen wollen die Beiträge dieses Bandes der Fachwissenschaft als auch der Fachdidaktik Rechnung tragen.

Preis: EUR 18.00, SFr

ISBN: 9783-8340-0410-9

Bibliographie: XII, 162 Seiten. Kt.

Erscheinungsjahr: April 2008



"Wörter stellen mir nach / Ich stelle sie vor" Dokumentation des Ludwigsburger Symposiums 100 Jahre Rose Ausländer im Februar 2001, herausgegeben von Michael Gans, Roland Jost und Harald Vogel

Am 11. Mai 2001 wäre die in Czwernowitz/Bukowina, heute Ukraine, geborene Lyrikerin Rose Ausländer 100 Jahre alt geworden. Ihre deutsch-jüdische Biographie und ihr literarisches Werk sind gekennzeichnet durch die Prägung in einer vielsprachigen Kultur, durch Heimatverlust, Kerkerhaft, Ghettoerfahrung, Exil, Heimatfremde, Heimatsuche und Rückzug in das Schreiben, ihrem Mutterland Wort: "Schreiben war Leben. Überleben." Rose Ausländer starb am 3. Januar 1988im Nelly-Sachs-Haus, dem jüdischen Altersheim in Düsseldorf, und ist dort im jüdischen Teil des Nordfriedhofs begraben.
Zum Auftakt des Gedenkjahres fand in Ludwigsburg, wo an de Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg der poetische Nachlass wissenschaftlichbearbeitet wird, sowie in Marbach am Neckar ein Internationales Symposium statt: "Wörter stellen mir nach / Ich stelle sie vor." Die Kolloquien beschäftigten sich mit der Gegenwartsbezogenheit der deutsch-jüdischen Literatur, dem Mythos Czernowitz und der poetischen Werkstatt Rose Ausländers unter Einbeziehung der Korrespondenz zum Werk Paul Celans.
Im Rahmen des 100. Geburtstags von Rose Ausländer am 11. Mai 2001 fand in ihrer Geburtsstadt Czernowitz an der Universität ein Internationales Symposium zum Thema ¯Immer zurück zum Pruth - Das Erinnern in der Poesie Rose Ausländers statt. Die Auseinandersetzung mit dem Werk der Czernowitzer Dichterin im Kontext der Bukowiner Literatur sowie der Zeit- und Kulturgeschichte wird zweisprachig (deutsch - ukrainisch) dokumentiert.
In zwei Bänden werden die Ergebnisse publiziert, Bd. I: "Wörter stellen mir nach / Ich stelle sie vor" das Ludwigsburger Symposium 2001 und Bd. II: "Immer zurück zum Pruth" das Czernowitzer Symposium 2001.

Preis: EUR17.00, SFr 29.80

ISBN: 3-89676-515-9

Bibliographie: 221 Seiten mit zahlr. Abb. Kt.

Erscheinungsjahr: 15.01.2002

"Immer zurück zum Pruth" Dokumentation des Czernowitzer Symposiums 100 Jahre Rose Ausländer im Mai 2001, herausgegeben von Michael Gans und Harald Vogel (deutsch-ukrainisch)

Preis: EUR17.00, SFr 29.80

ISBN: 3-89676-516-7

Bibliographie: 221 Seiten mit zahlr. Abb. Kt.

Erscheinungsjahr: 15.01.2002


Die Lyrik-Bühne Esslingen existiert als literarisch-musikalische Matineereihe seit 1995. Sie bringt Gedichte von in- und ausländischen Poeten zu Gehör, mit unterschiedlicher Herkunft, Generation, Stilrichtung und Bekanntheit. Die Texte werden gesprochen, gesungen, musikalisch umrahmt auf der Bühne des Esslinger Kabaretts der Galgenstricke.
Das Literaturprojekt wurde konzipiert und eingerichtet von Prof. Dr. Harald Vogel und wird veranstaltet unter Mitwirkung von Herbert Häfele und Erich Koslowski (Galgenstricke), Bernard Tewes, Andrea Hancke, Cecilia Castillo, Johannes Weigle, Harald Vogel und Gästen.
Zu jeder Autorenmatinee erscheint eine dem Poeten gewidmete Programmedition in limitierter Auflage (herausgegeben von Bernard Tewes und Harald Vogel, unter Mitarbeit von Hanna Diem und Michael Gans, künstlerische Betreuung Georg Koschinski). Bisher liegen bereits vor:

1. Heinrich Heine
2. Jewgenij Jewtuschenko
3. Mascha Kaléko
4. Günter Kunert
5. Andreas Gryphius
6. Erich Kästner
7. Sarah Kirsch
8. Charles Baudelaire
9. Johann Wolfgang von Goethe
10. Bertold Brecht
11. Rainer Maria Rilke
12. Joachim Ringelnatz
13. Dylan Thomas / Bob Dylan
14. Erich Fried
15. Frank Wedekind
16. Pablo Neruda
17. Wislawa Szymborska
18. Friedrich Schiller
19. Marina Zwetajewa
20. Johannes Bobrowski
21. Joseph von Eichendorff
22. Paul Celan
23. Charles Bukowski
24. Rose Ausländer
25. Peter Rühmkorf
26. Eduard Mörike
27. Hermann Hesse
28. Ossip Mandelstam
29. Günter Eich
30. Octavio Paz
31. Ingeborg Bachmann
32. Christian Morgenstern
33. Gottfried Benn
34. Theodor Strom
36. Selma Meerbaum-Eisinger
37. Erich Mühsam
38. Mahmoud Darwish
39. Anna Achmatowa
40. Georg Trakl
41. Peter Härtling - 10 Jahre Lyrik-Bühne
42. Friedrich Hölderlin
43. Nelly Sachs
44. Heiner Müller
45. Kurt Schwitters und Dada

Einzelpreis: 7,00 EUR,
zu beziehen nur bei den Matineen oder in den Esslinger Buchhandlung Provinzbuch. Vorreservierungen für laufenden Bezug bei der Buchhandlung Provinzbuch (Tel.0711 35 27 38).


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